2005.06.27. 11:43

Das Wappen von Zalaegerszeg
Die Geschichte seines Entstehens
Zalaegerszeg verfügte Jahrhunderte lang über kein offizielles Wappen. Aus der mehrmals modifizierten Zeichnung seines Siegels entstand die Figur von Maria Magdalena, der Schutzheilige der Pfarrkirche darstellende Wappen. Dies wurde bis zum Ende der 40er Jahre in mehreren Varianten verwendet.
1970 wurde ein neues Wappen entworfen und genehmigt, dieses entsprach aber nach der Meinung der Fachleute weder den Forderungen der Wappenkunde und noch den Traditionen der Stadt. Die Stadtrat begann 1989 ein die Traditionen beachtendes Wappen zu veranlassen, und die neue Führungskörperschaft genehmigte das neue Symbol 1992 nach einem längeren Disput, das seitdem als offizielles Wappen von Zalaegerszeg, der Stadt mit Bezirksrecht gilt.
Die traditionelle Figur stellt Maria Magdalena dar, unter ihren Füßen gibt es eine Geißel, ihre rechte Hand mit Lorbeerkranz streckt sie über eine stilisierte Burg aus. Auf dem Wappen vermischt sich das Gedächtnis der seit dem Mittelalter traditionellen Schutzheilige der Kirche und das des Ritterberges aus dem 16.-17. Jahrhundert.
1247 hatte die Siedlung schon eine Kapelle, die zu Ehren von Maria Magdalena erbaut wurde, das später oft verwendete Motiv erschien eindeutig auf den Siegeln aus dem 19. Jahrhundert: eine weibliche Figur mit langem Kleid, und mit losem Haar. Ihre rechte Hand hält sie schützend über eine kleine Burg oder sie hält ein Kreuz in ihrer linken Hand auf die Schulter gelegt. Zu ihren Füßen befindet sich eine Geißel auf einigen Siegeln oder ein Schädel auf anderen.
Diese Attribute sind für die Darstellung der reuvollen Magdalena oder der Maria Magdalena charakteristisch. Das lose Haar weist auf die Ölung Gottes und auf das Abwischen mit dem Haar hin. Die Ölung, mit anderen Worten die Myrrhe symbolisiert den Besuch an der Gruft am frühen Tage zu Ostern, das Kreuz weist auf das Dasein am Karfreitag zu Christi Füßen hin. Die Geißel ist das eine mittelalterliche Symbol des Schuldgefühls, das wird auch vom Schädel symbolisiert.
Warum unsere Ahnen die Kapelle der Stadt im Mittelalter gerade zu Ehren von Maria Magdalena eingeweiht haben, wissen wir nicht. Da ihre Verehrung in der Gegend nicht besonders verbreitet war.